Grundlagen der Volkswirtschaftslehre

Aus II-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

<hiddenlogin linktext="Passwort für Übungsunterlagen">Sommer08</hiddenlogin>

Inhaltsverzeichnis

Einführung

Wirtschaft

  • Teilbereiche des menschlichen Handelns, der in Verfügungen über knappe Mittel zur Befriedigung menschlicher Bedürfnisse besteht
  • Ausgangsproblem: Knappheit von Gütern

Gut

  • Jedes zur Bedürfnisbefriedigung geeignetes Mittel (materielle Gegenstände, Dienstleisungen, Rechte)
    • freie Güter: keine Einschränkung in der Nutzung, in beliebigem Umfang und jederzeit verfügbar
    • knappe Güter: begrenzt, nur eingeschränkte Nutzung möglich
      • Wirtschaften: bestmögliche Versorgung mit knappen Gütern

Bewirtschaftung der Güter erfolgt bei rationalem Verhalten nach dem ökonomischen Prinzip [Anm.: Es kommt zu keiner Verschwendung]

  • Minimumprinzip: Gegebenes Ziel mit möglichst geringem Einsatz erreichen
  • Maximumprinzip: Gegebene(s) Mittel soll(en) zu größtmöglichem Ziel führen

Volkswirtschaft

  • Zusammenfassung von Einzelwirtschaften und ihrer Beziehungen untereinander zu einer Gesamtwirtschaft:
    • im engeren Sinne: Nationalwirtschaft (Wirtschaft eines Landes)
    • im weiteren Sinne: Weltwirtschaft
  • Einzelwirtschaften:
    • Haushalte (einheitlicher Konsumplan)
    • Unternehmen (einheitlicher Produktionsplan)
    • Staat (besonderes Hoheitsrecht)
    • Ausland (alle nicht zu einer nationalen Volkswirtschaft gehörenden Wirtschaftseinheiten)
Dies ist eine Grafik mit Rahmen und Knoten, die Hyperlinks enthalten könnten.


Güterkreislauf
Geldkreislauf

Volkswirtschaftslehre

Dies ist eine Grafik mit Rahmen und Knoten, die Hyperlinks enthalten könnten.

Einteilung der Volkswirtschaftswissenschaft

  • Einteilung nach Methode:
    • Mikroökonomie (Analyse von einzelnen Wirtschaftseinheiten)
    • Makroökonomie (Analyse von Gruppen von Wirtschaftseinheiten)
  • Einteilung nach Gegenstand:
    • Wirtschaftstheorie
    • Wirtschaftspolitik
    • Finanzwissenschaft

Grundprobleme des Wirtschaftens

Die Güterproduktion in einer Periode

  • Güterproduktion
    • alle ökonomischen Aktivitäten von der Urerzeugung (Bergbau, Landwirtschaft,...) über die Be- und Verarbeitung bis zur Verteilung knapper Güter

Die Grafikbildquelle wurde geändert. Lade die Seite erneut, um das aktualisierte Grafikbild anzuzeigen.


Dies ist eine Grafik mit Rahmen und Knoten, die Hyperlinks enthalten könnten.

a.) Die gesamtwirtschaftliche Produktionsfunktion

'"`UNIQ--postMath-00000001-QINU`"'
y ... Sozialprodukt A ... Arbeit B ... Boden K ... Kapital
das technische Wissen beeinflusst die Funktion f [Anm.: der Produktionsfunktion liegt das ökonomische Prinzip zugrunde - es kommt also nicht zu einer Verschwendung von Gütern]

  • Arbeit (primärer Produktionsfaktor)
    • Jede menschliche Tätigkeit die zur Befriedigung der Bedürfnisse anderer in der Regel gegen Entgeld verrichtet wird
  • Boden (primärer Produktionsfaktor
    • Oberbegriff für alle natürlichen Ressourcen
      • Standort
      • Abbauboden
      • Anbauboden
    • Gesamtunmfang des Produktionsfaktors Boden ist als einziger begrenzt, bzw. konstant
  • Kapital (sekundärer Produktionsfaktor)

[Anm. Es handelt sich um Sachkapital, NICHT um Geldkapital]

    • alle produzierten Produktiosmittel
      • dauerhaft (Maschinen, Gebäude...)
      • nicht dauerhaft (Schmiermittel und andere Roh- oder Verbrauchsstoffe)
  • technisches Wissen
Dies ist eine Grafik mit Rahmen und Knoten, die Hyperlinks enthalten könnten.

b) Möglichkeiten und Grenzen des Wachstums

Wirtschaftswachstum:

  • Erhöhung des in einer Periode erzielten Sozialproduktes (extensives Wachstum)
  • Erhöhung Sozialprodukt pro Kopf (intensives Wachstum)

Güterproduktion über mehrere Perioden

a) Die gesamtwirtschaftlichen Produktionsmöglichkeiten

  • Produktions- bzw. Investitionsgüter
  • Konsumgüter

Gesamtwirtschaftliche Transformationskurve:

  • Erhöhung der Produktion eines Gutes bedeutet Verringerung des anderen Gutes

Datei:Produktionsmöglichkeitenkurve.png

b) Veränderung der zukünftigen Produktionsmöglichkeiten

Opportunitätskosten:

  • Verhältnis der Gütereinbuße bei einem Gut zur Gütermehrung bei einem anderen Gut infolge der anderen Verwendung der Produktionsfaktoren

Gesetz der zunehmenden Opportunitätskosten:

  • bei fortgesetzter Ausdehnung der Produktion eines Gutes (od. Gütergruppe) um 1 Einheit, müssen immer mehr Einheiten der alternativen Güter aufgegeben werden.

Wirtschaftssystem

  • Zwei Idealtypen: Zentralverwaltungswirtschaft und Marktwirtschaft
  • Konstituierendes Merkmal: Koordination der Wirtschaftseinheiten (ergänzend: Eigentumsordnung, politische Ordnung)

a) Zentralverwaltungswirtschaft

Einplan - Wirtschaft mit staatlicher Steuerung durch Gebote (Plansoll-Vorgaben)

  • Vertikal-hierarchische Plandurchführung durch verbindliche Anweisungen
  • Güterwirtschaftliche Planung, monetäre Planung nur ergänzend
  • Geringe Anzahl autonomer Träger von Planungskompetenzen
  • Impliziert staatliches Eigentum an Produktionsmitteln (sozialistische ZVW)

b) Marktwirtschaft

Mehrplan - Wirtschaft mit Wettbewerbssteuerung (dezentrale Koordination), begrenzt durch staatliche Ordnungsrahmen (Verbote)

  • Viele autonome Entscheidungsträger
  • Koordination der dezentralen Pläne über freie Märkte durch Angebot und Nachfrage
  • Impliziert Privateigentum an Produktionsmitteln (kapitalistische Marktwirtschaft)
  • Vorteile:
    • geringe Wahrscheinlichkeit der Kumulation von Planungsfehlern
    • Nutzung des gesamten auf sämtliche Wirtschaftseinheiten verteilten Wissens
    • Größere Heterogenität und Flexibilität des Angebots
  • Nachteil:
    • Mögliche Instabilität durch Schwankungen der wirtschaftlichen Aktivität

c) Aufgabe der Wirtschaftspolitik in Marktwirtschaft

  • konstituierte Prinzipien der Marktwirtschaft (lt. Walter Euck(i/e)n)
    • funktionsfähiges Preissystem
    • stabilitätsorientierte Geldpolitik (einzelne Preise dürfen sich an den Markt anpassen aber das gesamte Preisniveau sollte stabiel bleiben. Weil das kann zu überhöhter Inflation führen.)
    • offene Märkte (schutz vor Wettbewerbsbeschränkungen, Wettbewerbsfreiheit)
    • Vertragsfreiheit (Unternehmen dürfen selbst entscheiden mit wem sie Verträge abschließen)
    • Privateigentum an Produktionsmitteln
    • volle persönliche Haftung
    • konstanz der Wirtschaftspolitik
Funktionen des Wettbewerbs
  1. Verhinderung von dominierender Macht
  2. Statische Wettbewerbsfunktionen
    • Zusammensetzung des Güterangebotes nach Konsumentenwünschen
    • optimale Allokation der Produktionsfaktoren
    • leistungsgerechte Einkommensverteilung
  3. Dynamische Wettbewerbsfunktionen
    • Inovativ
    • Imitation
  • Wettbewerb → Allokationseffizienz
    • Lenkung der Produktionsfaktoren in die produktivste Verwendung für die Produktion der den Nachfragewünschen am besten entsprechenden Güter

Wettbewerb ≠> gewünschte Distribution Allokation: welche Güter werden auf welcer Art und Weiße produziert? Distribution: wer soll die produzierten Güter nutzen? Hauptziel Wirtschaftspolitik: Maximierung Wohlstand durch:

  1. Wettbwerbliche Selbststeuerung mit staatlicher Ordnungsrahmen (primär)
  2. ergänzende Wirtschaftspolitik (sekundär)
    • Allokationsziele
      • Wettbwerbsschutz bzw. Förderung
      • Versorgung mit öffentlichen Gütern
      • Umweltschutz ("externe Effekte")
    • Distributionsziel:
      • Primärverteilung → Sekundärverteilung
  • stabilität und Wachstumsziele
    • Vollbeschäftigung
    • Preisneveau stabilität
    • außenwirtschaftliches Gleichgewicht
    • Wachtsum
  • Marktwirtschaftliche Konzeptionen:
    • klassischer Liberalismus
    • Neoliberalismus
    • Wohlfartsstaatlich- interventionistische Konzeptionen

III. Wettbewerb und Marktwirtschaft

Die Preisbildung auf Märkten

alle Wirtschaftsobjekte stellen selbständig Wirtschaftspläne auf, die am Markt durch die Selbststeruerung der Marktwirtschaft (Gesetze von Angebot und Nachfrage) so aufeinander abgestimmt werden, daß diese auch dem "Gesamtinteresse" dienbar ist

a) Güternachfrage

pi
^ \                   Preis(pi): Unabhängige Variable  (umgekehrt zu normalen Diagrammen)
|  \                  Menge(xi): abhängige Variable
|   \
|    \
|     \Nachfragekurve
|      \
|       \
|        \
|         \
+--------------> xi

Nachfragegesetz

b) Güterangebot

pi
^
|      /  Angebotskurve
|     /
|    /
|   /
|  /
| /
|/
+-----------------> ki

Angebotsgesetz

c) Marktpreisbildung

Markt: Gesamtheit der ökonomischen Beziehungen zwischen Anbietern und Nachfragern eines bestimmten Gutes in einem bestimmten Raum zu einer bestimmten Zeit

Marktpreisbildung.png

Marktgleichgewicht: Gleichgewichtspreis und -menge [Anm. Gleichgewichtsmenge ist die maximal umsetzbare Menge an einem Gute] Bei Abweichungen von Gleichgewichtspreis: Überangebot bzw. Übernachfrage

Die Nachfrage durch Haushalte

a) Elemente des Konsumplans

  1. Determninanten bzw. unabhängige Variablen
    • Bedüfnisstruktur
    • erwartete Preise
    • Budget bzw. geplante Konsumsumme
  2. Aktionsparameter bzw. abhängige Variable
    • nachgefrage Mengen

Annahme: Ziel der Nutenmaximierung Nutzen

Bilanzgleichung

direkte Nutzenmessung: Gossensche Gesetze

  1. Gossensches Gesetz: Sättigungsgesetz
    • [Anm. Wenn man mehrere Produkte einer Art kauft wird der zugewonnene Nutzen pro weiterem gekauftem Produkt geringer z.B. steigt der Zugewinn an Nutzen beim vierten eigenen Auto bei weitem nicht so wie beim ersten]
  2. Gossensches Gesetz: Genussausgleichgesetz
    • [Anm. Der gesamtnutzen Nutzen wird höher, wenn ich mehrere verschiedene Produkte kaufe]

Im folgenden wird jedoch nur indirekte Nutzenmessung angewendet, da die direkte Nutzenberechnung schon allein wegen der ingividuellen Unterschiede im Eindruck des Nutzens nicht so geil ist

b) Nachfragefunktion

generelle Nachfragefunktion

nagefragte Menge von Gut 1 hängt ab von:

  • Bedürfnisintensität
  • Güterpreis
  • Zur Verfügung stehende Konsumsumme
  • Preise der anderen relevanten Güter

Somit entstehen n generelle Nachfragefunktionenn (eine pro Produkt)

und n Bilanzgleichungen

Einzelne Fakten werden nach der ceteris paribus Methode isoliert. Dies führt zu speziellen Nachfragefunktionen

  1. Bedürfnisintensität
    • c.p.
  2. Preis des nachgefragten Gutes
    • c.p.
  3. Preis anderer Güter
    • , ... c.p.
  4. Konsumsumme
    • c.p.

c) Die Nachfragedeterminanten

  1. Bedürfnisintensität [Anm. Wird nicht mehr direkt gemessen sondern schlägt sich als Beziehung anderer Variablen nieder]
    • Beispiel:
      • Abnahme der Bedürfnisintensität
      • [Anm. Der Strich symbolisiert nicht die Ableitung sondern ein x in einer späteren Periode/zu einem späteren Zeitpunkt]
  2. Preis des nachgefragten Gutes p_1
    • wichtigste Nachfragedeterminante
    • Normalfall: gemäß Nachfragegesetz
pi
^
|
|Prohibitivpreis
| \                   p=a-bx
|  \              z.B.p=5-x
|   \
|    \         [Anm. Das stimmt nicht mit den Gossenschen Gesetzen überein,
|     \         aber die nutzen wir eh nicht, da man U nicht messen kann]
|      \
|       \
|        \
|         \Sättigungsmenge
+--------------> xi
  • annormale Nachfrage
    • z.B. Snobeffekt (teuer->Statussymbol->begehren)
  • preisunabhängige Nachfrage
    • vor allem bei geringwertigen Gütern des täglichen Bedarfs oder notwenidigen Sachen wie Medizin
Preiselastizität der Nachfrage

  • elastische Nachfrage: Ex,p >= 1
  • unelastische Nachfrage: Ex,p < 1
p
^
|           | voll unelastische Nachfrage Ex,p = 0
|           |
|-----------+-----------  voll elastische Nachfrage Ex,p = ∞
|           |
|           |
|           |
+---------------------> x
Grenzfälle 
^
|
|\
| \   z.B. p= 5 – 0.5x => x = 10 – 2p 
|  \
|   \
|    \
+--------------------->
Ex,p(p=1) = 0.25
Ex,p(p=2) = 2/3
Ex,p(p=2) = ∞


(3) Preise anderer Güter
  • Verbundenheit von Konsum
    • Komplementäre Güter
      • Kreuzpreiselastizität
      • hier: negativ [Anm.: Preisanstieg des einen Gutes führt auch zum Nachfragerückgang des anderen Gutes]
    • Substitutive Güter (Butter VS Margarine oder Kaffee VS Tee )
      • Ex1,p2 positiv
    • Unverbundene Güter (Nachfrage nach Butter und Benzin haben nix miteinander zu tun)
      • Ex1,p2 = 0
^    unverbundene Güter
|   |  / substitutive Güter
|\  | /
| \ |/
|  \/
|  /\
| / |\
|/  | \ komplementäre Güter
+----------------------->
(4) Konsum Summe
  • c = f(y) c... Konsum y ... Einkommen
  • dc/dy > 0 d²c/dy² <0
  • y= c + s s ... Ersparnisse
  • im folgenden gilt: y=c , s=0
  • Einkommenstatbilität der Nachfrage Ex,p = dx/dy * y /x
  • Normalfall: Ex,p > 0
    • superiore Güter: Ex,p> 1
  • inferiore Güter: Ex,p< 0
  • einkommensunabhängige Güter Ex,p =0

d) Gesamtnachfrage am Markt

Gesamtnachfrage am Markt.png

  • generelle Marktnachfragefunktion
  • X1 = f(B1,p1,p2,p3,..., c1,c2, c3,....)
^
|
|    \
|     \      Bedürfnisintensität 
|   <--\ --> Preise anderer Güter
|       \    Konsumsumme
|        \   Haushalte
+------------>
Preisvariationen können nach oben oder unten verschieben

Das Angebot durch Unternehmen

  • Produktionstheorem

Elemente des Produktionsplans

Determinanten
  • Technisches Wissen => Produktionsfunktion
  • Preise der Produktionsfaktoren
  • Preise der angebotenen Güter
Aktionsparameter
  • Nachgefragte Menge der Produktionsfaktoren
  • Angebotene Gütermengen

Ziel: Gewinnmaximierung

Vereinfachungen:

  • Nur ein abgesetztes Gut
  • nur zwei Produktionsfaktoren (Arbeit und Kapital)

Gewinn = Erlös – Kosten

Erlös = Abgesetzte Menge * Preis (konst)

Kosten = q1 * r1 + q2 * r2 (q1,q2 ist konst)

Produktionsfunktion: x= f(r1,r2)

Ermittlung der gewinnmaximalen Menge

Produktionsfaktoren
  • (generelle) Produktionsfunktion: x= f(r1,r2)
  • spezielle Produktionsfunktionen: x= f(r1) bei konstantem r2
  • Einsatz von abnehmenden Grenzertrag


Abnehmender Grenzertrag.png

  • Bei fortgesetzter Erhöhung der Menge eines Produktionsfaktors beginnt der Grenzbetrag dieses Produktionsfaktors ab einer bestimmten Faktoreinsatzmenge zu Fallen
Kostenfunktion
  • k = f(x) = kf + kv(x) (kf ... Fixkosten, kv ... Variable Kosten)
^
|---/-|-k1
| / | |
|/__|_|_k0
|   | |
|   | | } fixkosten
+---+-+--------------------->
    x1 kapitalgrenze
Erlösfunktion

E = f(x) = x * p E^

|    /
|   /
|  /
| /
|/
+--------->p
Gewinnmenge

Gewinnmenge.png

Güterangebot bei Preisvariation

spezielle Kostenfunktion

Stückkosten:
Kosten.png

Grenzkosten: (hier ist k = stkv)
Gesetz der Massenproduktion

  • Bei Industrieller Fertigung sinken die Stückkosten mit steigender Produktion

Bsp.


Angebot bei starrer Kapazitätsgrenze

Datei:Kapazitätsgrenze.png

  • P-Stk = Stückgewinn
  • P = Preis = Stückerlös
  • V = Verlustzone
  • G = Gewinnzone
  • Pmin = Preisuntergrenze
    Wenn diese Unterschritten wird macht das Unternehmen nur Verlust

Angebotskurve.png (hier: Das Unternehmen bietet sein Produkt sofort an der Kapitalgrenze an wenn der preis hoch genug ist)

  • Preisuntergrenze:
    • minimale Stückkosten
    • langfristige Preisuntergrenze: minimale Variable Stückkosten
Angebot bei felxiebler Kapazitätsgrenze
  • In der Regel keine starre Kapazitätsgrenze
  • Kapazitätserhöhung langfristig durch
    • Intensitätsmäßige Anpassung (mehr Verschleiß)
    • Zeitliche Anpassung (Überstundenzuschläge)
    • quantitative Anpassung (Abnehmender Grenzertrag)
    • qualitative Anpassung
  • → Kostensteigerung

Datei:Angebot bei flexiebler Kapazitätsgrenze.png

Gesamtangebot am Markt

Gesamtangebot am Markt.png

  • bisher: spezielle Angebotsfunktionen
  • generelle Angebotsfunktion

Datei:Preisänderung.png

  • Bewegung durch Preisänderung
  • Änderung der Produktivität
  • Preise anderer
  • Preise Produktionisfaktoren
  • Änderung der Produktionskapazität
  • Änderung der Anzahl der Anbieter

Die Lenkungsfunktion der Preise

Wettbewerbliche Preisbildung

Preisbildung.png

  • Kurzfristig: pref, xref
  • Langfristig: Abweichung vom Kurzfristigen Gleichgewicht durch z.B. den Kapazitätseffekt
  • 4,5 ... potentielle Anbieter
  • 3 ... Grenzanbieter
  • 1,2 ... machen Gewinn
  • Kapazitätseffekt: A verschiebt sich nach rechts; X↑ p↓
  • Initiationseffekt: A wird flacher, im Extremfall wagerecht
    X↑ p↓
    "natürlicher Preis" (Preis der den niedrigsten Stückkisten entspricht)
  • Inovationseffekt
    • weitere Kostensenkung aber nur kurzfristige vorsprungsgewinne
    • Verschiebung nach unten
  • Adam Smith: "Unsichere Hand des Wettbewerbs"
  • Lenkungsfunktion der Preise:
    • unmittelbar: Angebot und nachfrage werden angeglichen
    • mittelbar:
      • Lenken der Preisfunktion und leistungsgrechte Entlohnung
      • Anreiz zur verbesserung der Produktionsbedingungen

Staatliche Preisbeeinflussung

  • hier: Preisfixierung

Staatliche Preisbeeinflussung.png

IV Wirtschaftspolitik

Wettbewerbspolitik

a) Notwendigkeit

  • Tendenz zu Wettbwerbsbeschränkenden Absprachen
  • Bemühung um Marktbeherschung
  • => staatliche Wettbewerbspolitik notwendig (außer es gibt niedrige Marktzutrittsschranken => Druck durch potentielle Mitbewerber)
  • Marktzurtittschranken:
    • absolute Kostenvorteile (z.B. Patente)
    • Massenproduktionsvorteile
    • Inversibilitäten
    • Kundenpräferenzvorteile
    • institutionelle Marktzugangskenntnisse
  • Wichtig für Wettbewerbspolitik:
    • Marktformen
    • Polypol ("atomistische Konkurrenz")
    • weites Oligopol (Normales Konkurrenzverhalten)
    • enges Oligopol (Gruppensolidarität/ Parallelverhalten)
    • Monopol
  • → Wettbewerblich (polypol, weites Oligopol)
  • → nicht Wettbewerblich (enges Oligopol, Monopol)

b) Wettbewerbliche Ausgangssituation

(1) Wettbewerbsbeschränkungen durch Verträge
  • Kartell
    • Abstimmung des Aktionsparametereinsatzes zwischen selbstständigen, konkurrierenden Unternehmen
      • Preis, Qualität, Lieferbedingungen, Gebiet... [Anm.: Notwendige Ergänzung bei einem Preiskartell ist Rabatt und Konditionenkartell)
      • Submissionskartell [Anm. Kartelle, die sich auf öffentliche Ausschreibungen beziehen - Unternehmen sprechen sich vorher über abgegebene Angebote ab. In rotierendem System steht vorher fest, wer das günstigste Angebot abgibt (welches natürlich nicht wirklich günstig ist)]
    • Kartelle grundsätzlich verboten
    • Vertikale Austauschverträge
      • Vereinbarungen zwischen Lieferanten und Abnehmern
        • Ausschließlichkeitsverträge (Händler bekommt Waren nur, wenn der Lieferant der einzige ist)
        • Koppelverträge (Händler müssen gesamte Produktpalette abnehmen(oder zumindest bestimmte Teile davon), wenn sie überhaupt Produkte erhalten wollen)
        • früher: Preisbindung der zweiten Hand - heute verboten. Gibt nur noch unverbindliche Preisempfehlung
    • Fusionen
      • Zusammenschluss bisher selbstständiger Unternehmen zu einer wirtschaftlichen Einheit
      • Horizontale Fusion z.B. Zusammenschluss zweier Autohersteller
      • Vertikale Fusion z.B. Autohersteller und Zulieferer
      • Konglomerale Fusion: zwei unabhängige Unternehmen z.B. Autohersteller und Brauerei
      • Fusionen grundsätzlich erlaubt außer marktbeherrschende Stellung wird herbeigeführt oder verstärkt
        • kann Ausnahmen geben, wenn es überwiegende Vorteile gibt, z.B. erheblich höhere Versorgungssicherheit
        • Wirtschaftsminister kann persönlich Fusionen erlauben
(2) Nichtvertragliche Wettbewerbsbeschränkungen
  • Parallelverhalten
  • Behinderungs- oder Verdrängungswettbewerb
    • schwierig zwischen erwünschtem und unerwünschtem Wettbewerb zu unterscheiden
    • Diskrimierungsverbot bei marktmächtigen Unternehmen

b) Wettbewerbliche Ausnahmebereiche

  1. Natürliche Monopole
    • z.B. Bahn und Versorgungsnetze (2 Bahnnetze sind unverhältnismäßig teurer als eins - bezieht sich aber nur auf Neztbetreiber)
    • Lösung Verstaatlichung, Regulierung
  2. öffentliche Güter: Nichtausschließbarkeit
    • z.B Bau eines neuen Leuchtturm. Alle profitieren davon. Auch die, die nicht dafür bezahlt haben.

Die Versorgung mit öffentlichen Gütern

(a) öffentliche Haushalte

Staat:
  • Gebietskörperschaften (Bund, Länder, Gemeinden)
  • Sozialversicherungen
  • Kreditfonds
öffentlicher Haushalt (Budget, Etat)
  • Systematische Gegenüberstellung von Einnahmen und Ausgaben
Budgetkreislauf
  • Entwurf durch Regierung
  • parlamentarische Beratung und Verabschiedung
  • Budgetvollzug durch Verwaltung
  • Kontrolle:
    • administrativ
    • politisch

(b) Staatseinnahmen

wichtigste Positionen
  • Abgaben:
    • Steuern (Zwangsabgaben ohne Anspruch auf Gegenleistungen)
    • Gebühren und Beiträge
  • Ansatzpunkte für Steuern:
    • Einkommensentstehung (z.B.Lohnsteuer)
    • Einkommensverwendung (z.B. MwSt.,Tabaksteuer, Mineralölsteuer)
    • Vermögen( z.B. Grundsteuer, Erbaschaftssteuer, Schenkungssteuer)
  • indirekte Steuern: Einkommensverwendung
  • direkte Steuern: Vermögen, Einkommensverwendung
  • bedeutenste Steuern (nach Aufkommen)
    • Einkommenssteuer (einschl. Lohnsteuer, Kapitalertragssteuer)
    • MwSt. (Regelsatz 19%, ermäßigter Satz 7%, steuerfreie Leistungen)
    • Körperschaftssteuer
  • Aufteilung der Steuereinnahmen:
    • Gemeinschaftssteuern (Est, MwSt, Kst, Gewerbesteuer)
    • Trennsteuer
      • Bundessteuern (z.B. Mineralölsteuer)
      • Landessteuern (z.B. Kfz-Steuer)
      • Gemeindesteuern (z.B. Grundsteuer)
  • ergänzender Finanzausgleich:
    • kommunaler Finanzausgleich
    • Länderfinanzausgleich

Staatsausgaben

Transferzahlungen:

  • an Unternehmen (Subventionen)
  • an Haushalte (Sozialausgaben)

Realausgaben:

  • Bereitstellung von öffentlichen Gütern (im weiteren Sinn)
  • öffentliche Güter (im engeren Sinn)
    • nicht Ausschließbarkeit
    • Nicht-Rivalität im Konsum (Nutzen des Gutes wird nicht durch Nutzen eines anderen Gutes beeinflusst)
  • meritorische Güter
    • "falsche" Präferenzen
      • Informationen
      • Subventionen
      • Produktion durch den Staat (z.B. Bildung)
      • Zwang (z.B. Bildung, Impfzwang)

Umverteilungspolitik

a) zu verteilendes Einkommen

(1) Entstehung bzw. Verteilung
Wertschöpfung (Volkseinkommen der Inländer)
  • Summe aller Faktorentgelte (Löhne, Mieten & Pachten, Zins)
  • Unternehmensgewinne
+Abschreibungen
+Indirekte Steuern - Subventionen (das ist ein Minus)

=Bruttonationaleinkommen (früher Bruttoinlandsprodukt)

ohne Abschreibungen: Nettonationaleinkommen, bzw. Nettosozialprodukt

(2) Verwendung
privater Konsum
+Staatsnachfrage (Realausgaben(nur Güter und Dienstleistungen, keine Transferleistungen))
+Bruttoinvestitionen (Nettoinvestitionen + Abschreibungen)
+Außenbeitrag (Export-Import)

=Bruttonationaleinkommen

Bruttonationaleinkommen: Wert der in einem Jahr hergestellten Güter einer Volkswirtschaft (Inländerkonzept) Brottoinlandsprodukt: Inlandskonzept

Bruttoinlandsprodukt = Bruttonationaleinkommen + Faktorentgelte an Ausländer - Faktorentgelte vom Ausland

b)Arten der Einkommensverteilung

primäre Einkommensverteilung: Ergebnis von Marktprozessen

  • funktionale Einkommensverteilung [Verteilung des EK für verschiedene Funktionen]
  • personale Einkommensverteilung [Verteilung des EK auf Personen/Haushalte]

Leistungsgerechtigkeit aber keine Bedürfnisgerechtigkeit und Aufwandsgerechtigkeit [Leistungsgerechtigkeit ergibt sich aus der Definition der Leistung, welche das ist, was die Konsumenten an Wertschätzung für das Produkt empfinden]

--> staatliche Redistributionspolitik: sekundäre Einkommensverteilung (zur Verbesserung der Bedürfnisgerechtigkeit)

c) Methoden der Umverteilung

  1. Abzüge vom Primäreinkommen
    • Steuern
    • Sozialabgaben (insoweit keine versicherungsmäßige Gegenleistung besteht)
  2. Transferzahlungen an Haushalte
    • Konsumförderung
    • Sparförderung
  3. "sozial" gestaltetes öffentliches Güterangebot
    • Rentner und Arbeitslosenrabatte, Kindergartenplatzkosten abhängig vom Einkommen...


primäres Einkommen
-Steuern
-Sozialausgaben
+Transferzahlungen

=sekundäres Einkommen


Konjunkturpolitik

a) Konjunkturpolitik: Ziele

Oberstes Ziel §1 Stabilitätsgesetz: gesamtwirtschaftliches Gleichgewicht

  • Preisniveaustabilität
  • gleichmäßiges und angemessenes Wirtschaftswachstum
  • außenwirtschaftliches Gleichgewicht
  • Vollbeschäftigung

Arbeitslosigkeit:

  • unecht(freiwillig)
  • echt(unfreiwillig)
    • bei vorhandenen Arbeitsplätzen:
      • friktionell (während Jobwechsel/Umzug etc.)
      • saisonal
      • konjunkturell
      • anforderungsbedingt (Missverhältnis zwischen angebotenen Arbeitsplätzen und vorhandenen Arbeitslosen - mangelnde/falsche Fähigkeiten)
    • Abeitsplätze nicht vorhanden:
      • strukturell (gibt einfach nicht genug Arbeitsplätze)
      • institutionell (z.B. durch zu hohen Kündigungsschutz, Mindestlöhne... werden zu wenig Jobs angeboten)

b) Konjunkturschwankungen

Schwankungen volkswirtschaftlicher Größen, wie Wachstum, Preisniveau und Beschäftigung im Zeitverlauf

Konjunkturzyklus

Konjunkturzyklus.png

Messungen der Konjunkturschwankungen

  • Messung der Abweichungen des tatsächlichen Volkseinkommens vom langjährigen Trend
  • Messung des Auslastungsgrades des gesamtwirtschaftlichen Produktionspotentials

Auslastungsgradschwankung.png

c) Konjunkturpolitische Maßnahmen

1) Fiskalpolitik

Fiskalpolitik.png

  • Def: Systematischer Einsatz der staatlichen Einnahmen und Ausgaben mit dem Ziel der Konjunkturstabilisierung
antizyklische Fiskalpolitik: deficit spending
  • automatische Stabilisatoren
  • diskretionäre Fiskalpolitik

Probleme:

  • Wirkungsverzögerung
  • Unsicherheiten
  • politische Asymetrie (Sparen des Wählers kommt beim Wähler nicht gut an)
  • Grundannahme fragwürdig
2) Geldpolitik

Ziel: gleichmäßige Versorgung der Volkswirtschaft mit Geld, um monetäre Ungleichgewichte zu verhindern

Geldfunktion:

  • Zahlungsmittel
  • Wertaufbewahrung
  • Wertmaßstab

EZB:

Activa Passiva
Geld und Devisen Bargeld
Kredite an Banken Einlagen der Banken

Geschäftsbanken können ebenfalls Geld schöpfen M=m*ZBG M..Geldmenge m..Kreditmultiplikator ZBG..Zentralbankgeld

Verschiedene Arten der Geldmengen:

M1: Bargeld + Nichteinlagen von Nichtbanken

M2: M1 + Termineinlagen =< 2 Jahre + Spareinlagen =< 3 Jahre

M3: M2 + diverse Geldmarktpapiere

Quantitäsgleichung des Geldes: M*V=Yr*p

V..Umlaufgeschwindigkeit Yr..reales Volkseinkommen p..Preisniveau

V und Yr sind mittelfristig konstant => M ~ p

Arten der Geldpolitik:

  • Antizyklische Geldpolitik (zu träge um effektiv die Konjunktur zu steuern)
  • potentialorientierte Geldpolitik (Geldversorgung entsprechend dem langfristigen Wirtschaftswachstum -> nur Inflationsbekämpfung und ausreichende Geldversorgung als Ziel)
3) Angebotsorientierte Politik

nicht Stabilisierungs-, sondern Stabilitätspolitik (nicht aktiv die Konjunktur beeinflussen sondern Rahmenbedingungen so anpassen, dass Entwicklung aus sich heraus stabil verläuft)